verschiedene wege zur coursinglizenz innerhalb der FCI

der hund weiss, was er will!

reisen erweitert den horizont. vorausgesetzt, man ist bereit dazu. ich freute mich, zwei irish wolfhounds in kralupy/CZ bei ihren lizenzläufen beobachten zu dürfen. als der erste irish wolfhound mit roter decke zum start geführt wurde und alleine gestartet wurde, war ich angemessen verwirrt. war das jetzt ein irrtum? nur ein technischer lauf? als nächstes wurde abermals ein iw gestartet, wieder solo. als kurz darauf der bewerb begann, wurde mir klar – das waren zwei lizenzläufe! eine nachfrage bei tschechischen freunden bestätigte es: um in tschechien die lizenz zu erwerben, muss der hund zwei sololäufe und einen begleitlauf absolvieren. fertig.

wissen, wie der hase läuft.

für einen simpel gestrickten renngrey mag es genügen, dass er “einfach im kreis laufen kann”. im falle eines technischen gebrechens auch ohne “hasi”, wie man es immer wieder beobachten kann. doch einem renngrey, der immer nur auf der bahn läuft ist auch klar, wohin er laufen soll: einfach die bahn entlang. wobei auch hier “hasenschärfe” hilft, den hund daran zu hindern, mitläuferInnen anzupöbeln. vor allem, wenn der hund schnell ist. ein hund, der ohnehin so langsam ist, dass er immer nur hinten nach rennt, bekommt wohl kaum gelegenheit zu pöbeln. manchesmal ist ein nicht “hasenscharfer” hund genau deshalb zu langsam, weil er den hunden hinterher läuft und nicht dem “hasi”.

ein hund, der auf freiem feld los gelassen wird und kein interesse am lockmittel hat, der weiss nicht, wo er laufen “soll”. im harmlosesten fall läuft er dem anderen hund nach. im weniger harmlosen fall “spielt” er mit dem anderen hund oder attackiert ihn. in dem fall spielt auch die geschwindigkeit nur eine untergeordnete rolle, da auch ein langsamer hund durch abkürzen an einen schnelleren hund heran kommen kann.

coursing erfordert also andere voraussetzungen als bahnsport, soviel steht fest.

alleine auf weiter flur und trotzdem bei der sache!

sololäufe als lizenzläufe?

mir ist vollkommen klar, dass der österreichische weg zur coursinglizenz mit 2 solo-/begleit-trainingsläufen, 4 begleit-trainingsläufen und 4 begleit-lizenzläufen mutwillig verkompliziert ist. (begründet ist das einzig und allein im futterneid der einzelnen vereinsmeier.) sieht man sich die reihe der hunde an, die trotz dieses aufwandes beim lizenzerwerb dis. gehen, darf man sich zu recht fragen, wie gut das österreichische system ist. die pflichtläufe, die ein windhund in österreich zu absolvieren hat, sind im verhältnis 1:4 von solo- zu begleitläufen möglich, erlauben aber auch die lizensierung ohne einen einzigen sololauf. wenn man weiss, dass anfängern sehr oft empfohlen wird, den hund, wenn er nicht läuft, “mit einem erfahrenen hund” laufen zu lassen, “der es ihm zeigt”, wird ein bild daraus:

ein hund, der nicht “hasenscharf” ist, also nicht dem lockmittel nachläuft, kann von einem anderen hund nur lernen, ihm hinterher zu laufen. und genau das lernt er dann auch. bei den insgesamt 8-10 begleitläufen wird dann überprüft, ob er dem anderen hund hinterher läuft, ohne ihn anzugreifen. durch die geeignete auswahl von begleithunden lässt sich diese prüfung auch bestehen, die szene ist klein und man kennt die hunde ja. früher oder später rächt sich diese form des lizenzerwerbs aber und andere hunde kommen “zum handkuss”. je nachdem, wie lange die besitzerInnen des angreifenden hundes brauchen, um ihre augen zu öffnen und die konsequenzen daraus zu ziehen. die konsequenzen nämlich, den hund nur mehr solo starten zu lassen und nochmal von vorne anzufangen.

sololäufe als lizenzläufe!

einen grossen teil von nicht “hasenscharfen” hunden kann man auf ganz einfache art und weise ausfiltern. nämlich genau dadurch, dass man sololäufe als lizenzläufe fordert. bei einem sololauf muss der hund beweisen, dass er die grundvoraussetzung für die jagdsimulation coursing mitbringt, nämlich das interesse am lockmittel. so einfach könnte es gehen, wenn die verantwortlichen in den entsprechenden gremien es nur wollten. oder wenn sie überhaupt einmal ein paar grundprinzipien verstanden hätten.

begleitmassnahmen.

begleitend dazu müssen die verantwortlichen in den vereinen auch dafür sorgen, dass die hundebesitzerInnen an der “hasenschärfe” der hunde arbeiten. das geht – nebenbei bemerkt – ganz ohne grossartigem aufwand. ein selbstgebasteltes “hasi” an einer schnur und geduld. doch geduld scheint die mangelware überhaupt zu sein. wenn man beobachtet, wie junge hunde bereits über längere distanzen gezogen werden, und das, obwohl die coursingordnung ganz genaue vorgaben für das mindestalter für trainingsläufe und lizenzerwerb vorgibt, dann wundert man sich auch nicht mehr darüber, dass auch in anderen bereichen völlig geduld fehlt.

auch in den vereinen ist geduld mangelware. man kassiert pro zug und wenn ein hund oder ein hundebesitzer zu lange herum trödelt, hält er den betrieb auf und behindert das geschäft. wesentlich einfacher ist es, einen “hund der’s kann” dazu zu stellen und wenn es der anfängerhund nicht kapiert, dann kann er es ja beim nächsten zug gleich wieder probieren. hauptsache, der euro rollt und der besitzer checkt nicht, dass er gerade abgezockt wird. und nebenbei wird auch noch verhindert, dass aus dem neuen hund eine ernsthafte konkurrenz wird …

ein trainingsverein macht sinn!

weil ein paar leute diese problematik erkannt haben, haben sie einen trainingsverein gegründet. ziel ist es, hunde bis zur lizenz zu bringen. durch geduldiges und stressfreies arbeiten in kleinsten gruppen. den anderen vereinen würden auf diesem weg neue hunde gebracht, die keine zeit mehr vertrödeln und brav ihre trainings- und meldegelder bezahlen. dieser trainingsverein wird jedoch von ein paar leuten, die das nicht begreifen wollen oder können mutwillig blockiert. futterneid. oder scheut man konkurrenzfähige hunde?

wie gut diese blockadevereine in der nachwuchsarbeit sind, wird sich sehr bald zeigen. zur zeit sinken die meldezahlen bei coursings wieder. zumindest im osten österreichs. und bei den irish wolfhounds sind mir – zumindest zur zeit – keine neu zu lizensierenden hunde bekannt. es laufen noch ein paar jener hunde, die bereits vor zwei oder drei jahren gelaufen sind. und das war es dann auch schon.

margot r. dimi

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