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	<title>windhund.eu &#187; Jagd</title>
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		<title>Freiherr B. Laska &#8211; Deerhounds bei der Jagd, 1898 &#8211; Teil 4/4</title>
		<link>http://www.windhund.eu/news/archives/freiherr-b-laska-deerhounds-bei-der-jagd-1898-teil-44</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 07:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>deerhound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Deerhounds bei der Jagd. Von Fr. B. Laska, k. u. k. Hauptmann (Schluss). Ch. Strathmore, geworfen 1886, ein sehr einflussreicher und hoch angesehener Deerhoundrüde seiner Zeit. =&#62; link Erwähnt sei die jedem unserer Jagdreiter bekannte, sonderbare Thatsache, dass fast alle Hirsche, die gewöhnlich aus Ungarn im Kasten gebracht werden, sobald sie frei sind, ohne je [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h6>Deerhounds bei der Jagd.</h6>
<h6>Von Fr. B. Laska, k. u. k. Hauptmann</h6>
<h6>(Schluss).</h6>
<p><a href="http://www.windhund.eu/news/wp-content/uploads/2008/07/scan10005-2.jpg" rel="lightbox[187]"><img class="alignnone size-full wp-image-190" title="scan10005-2" src="http://www.windhund.eu/news/wp-content/uploads/2008/07/scan10005-2.jpg" alt="" width="480" height="358" /></a></p>
<pre>Ch. Strathmore, geworfen 1886, ein sehr einflussreicher und hoch angesehener Deerhoundrüde seiner Zeit.</pre>
<pre>=&gt; <a href="http://www.kilbournedeerhounds.com/Doginfo/S02592.htm">link</a></pre>
<p>Erwähnt sei die jedem unserer Jagdreiter bekannte, sonderbare Thatsache, dass fast alle Hirsche, die gewöhnlich aus Ungarn im Kasten gebracht werden, sobald sie frei sind, ohne je hier gewesen zu sein, sofort die Richtung gegen die March einschlagen, die etwa zwei Stunden entfernt vorüberfliesst.<br />
Auch dieser Zehner war dorthin flüchtig geworden, ohne dass ihn natürlich die beiden hounds früher hatten zu Gesichte bekommen, und bald war er im bedeckten und durchschnittenen Gelände verschwunden.<br />
Erst nach vollen zwanzig Minuten wurden die zwei Deerhounds an die Fährte gelegt und bald konnte der Master das Feld entlassen.<br />
<span id="more-187"></span>Beide Hunde hatten fast augenblicklich die Fährte angefallen und jagten nun stumm und in grosser Schnelligkeit an derselben, sodass sie dem Felde, das viele Hindernisse zu nehmen hatte, bald entschwanden.<br />
Als nach einem run von einer Schnelligkeit, wie sie selbst hier noch nicht erlebt worden war, die ersten Reiter mit dem Master die March erreicht hatten, fanden sie mitten darin den Hirsch, den die beiden Deerhounds laut Hals gebend umschwammen, ohne sich ihm an die Drossel werfen zu können, &#8211; das tiefe Wasser erlaubte keinen Absprung und ohne einen solchen konnten die Hunde dem wüthend forkelnden (mit dem Geweih verletzen) Edlen nichts anhaben.<br />
Das Ende der Jagd war, dass Graf A. mit seinem Pferde in&#8217;s Wasser sprang und den Hirsch mittelst einer langen Leine einfing.<br />
Auch diese geschilderte Jagd ist ein klarer Beweis für die vorzügliche Nase des Hirschhundes.<br />
Ich glaube nun, über den Deerhound und meine, mit demselben angestellten Versuche, die ich noch lange nicht als abgeschlossen betrachte, das Hauptsächlichste gesagt zu haben und beeile mich, zum Schlusse zu gelangen.<br />
Ausdrücklich muss ich betonen, dass es mir nie in den Sinn gekommen ist, den Schottischen Hirschhund als ein jagdliches Wunderthier, ausgestattet mit den vielfachsten jagdlichen Tugenden schildern zu wollen.<br />
Ich verwahre mich auch feierlichst gegen die Annahme, der Deerhound sei ein &gt;&gt;Gebrauchshund&lt;&lt;, dessen &gt;&gt;Vielseitigkeit&lt;&lt; in Bälde alle anderen Racen verdrängen oder auch nur ersetzen könne.<br />
Nein!<br />
Dies wird nie der Fall sein.<br />
Der Deerhound war bisher eine seltenere, eine aparte Race und wird es wohl auch in der Zukunft bleiben.<br />
Er ist kein Hund für Jedermann, besonders aber kein Hund für jeden Jäger.<br />
Wer ihm mit Vorurtheilen entgegenkommt, wer seinen ungewohnten Anblick nicht überwinden kann und in ihm nur den geistlosen &gt;&gt;Windhund&lt;&lt; erblickt, der lasse lieber ganz von ihm.<br />
Auch der gewisse unduldsame und einseitig verschrobene &gt;&gt;Gebrauchshundmann&lt;&lt;, der nur einen &gt;&gt;Pudelpointerteckel-Windschäferbernhardiner&lt;&lt; im Jagdbetriebe und Hause sehen und die übrige Welt aber vergiften möchte, wird sich nie mit ihm befreunden können und das ist recht gut so.<br />
Für den Herrenjäger aber, den es pekuniär unberührt lässt, ob er einigen Hunden mehr das Futter bietet, der nach einem jagdlichen Vollgenusse strebt und diesen in der Arbeit formenschöner Hunde, im urwüchsigen Waidwerke und nicht allein im blossen Scheibenschiessen auf lebendes Wild erblickt, für einen solchen Waidmann ist der Deerhound der richtige Geselle, der ihm keineswegs alle anderen Hunderacen ersetzen, seine freigebig ausgestattete Jagdequipage aber nützlich vervollständigen wird.<br />
In unserer fieberhaft hastenden Epoche, deren Sinn nur auf raschen, wenig Zeit raubenden Genuss gerichtet ist, ist es leider auch der Jäger selbst, der mit jeder der vielen &gt;&gt;praktischen&lt;&lt; Neuerungen, betreffe sie nun Waffen, Geräthschaften oder den Jagdbetrieb selbst, unserem Waidwerke einen Lappen Nimbus und duftiger Poesie nach dem anderen vom kranken, verfolgten Leibe reisst.<br />
Und so ist es mir denn vollkommen klar bewusst, dass gar mancher jener &gt;&gt;äusserst Praktischen&lt;&lt; mitleidig und missbilligend lächelnd über meine Liebe zu dem so &gt;&gt;unpraktischen&lt;&lt; Deerhound das weise, allwissende Haupt schütteln wird: wozu soviel Sorge, wozu soviel Liebe und Mühe für ein Thier, das im heutigen Jagdbetriebe leicht entbehrt werden kann!?<br />
Wem das nicht aus meinen Zeilen klar geworden ist, der würde mich auch nach weiteren Erklärungen nicht verstehen wollen und ich finde denn auf solche Fragen keine bessere, treffendere Antwort, als die geflügelten Worte jenes selbstbewussten jagdfreudigen Franzosenkönigs: Car tel est mon plaisir! -<br />
Weil&#8217;s mi so g&#8217;freut!</p>
<p>Mit herzlichem Waidmanngruss Ihr<br />
sehr ergebenster<br />
Fr. B. Laska, k. u. k. Hauptmann.</p>
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		<title>Freiherr B. Laska &#8211; Deerhounds bei der Jagd, 1898 &#8211; Teil 1/4</title>
		<link>http://www.windhund.eu/news/archives/freiherr-b-laska-deerhounds-bei-der-jagd-1898</link>
		<comments>http://www.windhund.eu/news/archives/freiherr-b-laska-deerhounds-bei-der-jagd-1898#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 11:57:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>deerhound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rassen]]></category>
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		<description><![CDATA[Zwinger u. Feld. (vereinsunabhängige Hundezeitung, die in Deutschland in verschiedenen Verlagen zwischen 1892 und 1938 &#8211; mit Unterbrechungen &#8211; erschienen ist.) Illustrierte Wochenschrift für Jägerei, Hundezüchtung, Schiesskunst, Fischerei und Reitsport. Redigirt von Karl Brandt in Osterode a. Harz. Sangerhausen, den 15. Januar 1898 Deerhounds bei der Jagd. Von Fr. B. Laska, k. u. k. Hauptmann. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zwinger u. Feld.</h3>
<address>(vereinsunabhängige Hundezeitung, die in Deutschland in verschiedenen Verlagen zwischen 1892 und 1938 &#8211; mit Unterbrechungen &#8211; erschienen ist.)</address>
<h4>Illustrierte Wochenschrift</h4>
<h4>für Jägerei, Hundezüchtung, Schiesskunst, Fischerei und Reitsport.</h4>
<address>Redigirt von Karl Brandt in Osterode a. Harz.</address>
<h4>Sangerhausen, den 15. Januar 1898</h4>
<h2>Deerhounds bei der Jagd.</h2>
<address>Von Fr. B. Laska, k. u. k. Hauptmann.</address>
<p><span id="more-185"></span>Sehr geehrter Herr Brandt!</p>
<p>Ihrer freundlichen Aufforderung, einmal auch etwas über meine eigenen Hunde und die Art und Weise zu schreiben, wie ich dieselben zur Jagd verwende, komme ich hier nach.<br />
Ich muss aber bekennen, dass ich dies nur mit einem gewissen Zögern thue, besorgend, bei Ihren Lesern in den Verdacht zu kommen nach landläufigen Mustern &gt;&gt;pro domo&lt;&lt; zu schreiben und die Reklametrommel unter dem strengen Faltenwurfe klassisch-kynologischer Erörterungen zu verbergen.<br />
Dass dem nicht so ist, wissen Sie wohl am besten und zum Glücke ist auch mein Liebling, der Deerhound, zufolge seiner Seltenheit und seiner, dem kontinentalen Jägerauge ungewohnten Erscheinung, ganz und gar nicht dazu angethan, Jedermanns Hund zu sein.</p>
<p>Meine Hunde stammen aus den bekannten Rossie-Kennels in Forgandenny, Grafschaft Perthsire (Nord-Schottland), deren, leider vor mehr als zwei Jahren verstorbener Besitzer, Mr. Weston Bell, sich unsterbliche Verdienste um die Aufrichtung dieser altehrwürdigen, beinahe verschwunden gewesenen Hunderace erworben hat.<br />
Es rollt in meinen hounds das älteste, edelste Blaublut ihrer sagenhaften Race, sie vereinen in sich die Vorzüge der Menzies of Chesthill -, Cameron Breadalbane &#8211; und Duke of Southerlandstämme und repräsentiren im Aeusseren vollständig den sogenannten Champion Strathmore-Typus, d.h. den modernen, von den Richtern bevorzugten Hund mit feinem Kopfe und Ohr, eleganten Gliedmassen, hochgewölbten, geschlossenen Katzenpfoten und starrem, drahtigem Haar, das nicht sehr lang ist.</p>
<p>Ursprünglich hatten die Menzies of Chesthill-Hunde längeres, weiches, flockiges Haar, das besonders am Kopfe sehr ausgeprägt überhing, heute ist dieser Typus nicht mehr beliebt und verschwindet langsam, er wird in die Strathmoreform durch Auslese und Zuchtwahl umgeprägt.</p>
<p>Bevor ich zum eigentlichen Zwecke meiner Zeilen übergehe, wollen Sie mir noch erlauben, einige Worte über die Höhe der Deerhounds zu sagen.<br />
Man hat auf dem Continente hierüber, selbst in Kynologenkreisen, sehr irrige Ansichten, indem man meint, der Deerhound müsse unbedingt ein Riesenthier, etwa von 76 cm aufwärts, sein, je höher, desto edler und schöner.</p>
<p>So wurde auf einer kontinentalen Ausstellung des Jahres 1897 einer meiner Hunde, der nur einen Concurrenten hatte, vom deutschen Richter hauptsächlich deshalb auf den III. Platz gedrückt, weil er dem Herrn (bei 72 cm Schulterhöhe) zu klein war. Derselbe Richter schloss auf derselben Ausstellung meine Hündin Highland Mary wegen ihrer Kleinheit (66 cm Schulterhöhe) vollständig von der Concurrenz aus. &#8211; Dieselbe Hündin hatte aber einige Zeit zuvor, gelegentlich der Grazer Ausstellung 1896, von Mr. Raper, dem vom englischen Deerhound-Club autorisirten Richter, I. Preis erhalten, wobei der Richter die umstehenden Herren noch ganz besonders auf die hervorragende Schönheit Mary&#8217;s aufmerksam machte.<br />
Selbstverständlich remonstrirte ich gegen den abfälligen Ausspruch des deutschen Richters 1897 in gar keiner Weise und nahm ihn als &gt;&gt;genossen&lt;&lt; hin, meine &gt;&gt;Rache&lt;&lt; soll aber darin bestehen, dass ich die von eben dieser aus dem Ring gewiesenen Mary entsprosste Nachkommenschaft einem englischen Richter vorführen werde, der gewiss anders urtheilen wird.</p>
<p>Mr. Graham, der berühmte Regenerator des Deerhounds, sagt in Vero Shaw&#8217;s &gt;&gt;Buch vom Hunde&lt;&lt; wörtlich:<br />
&gt;&gt;Es ist ein eigenartiger Umstand, dass der Unterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Hirschhund umso grösser ist, je reiner das Blut ist, d.h. wenn wir von zwei reinblütigen Hunden züchten, so wird bei den ausgewachsenen Kindern die Höhe der verschiedenen Geschlechter um 10-15 Centimeter variiren, wohingegen, wenn die Mutter einer Kreuzung entstammte und von hoher Figur war, der Unterschied der Geschlechter bei ein und demselben Wurfe nur 5 Centimeter beträgt. Und was noch sonderbarer ist, wenn eine derartige Hündin bedeutend höher war, als eine reinblütige, so würden ihre Jungen, von einem gleich ausgezeichneten Hunde gezüchtet, niemals an Höhe diejenigen Hunde übertreffen, die aus einer niedrigeren, aber edleren Hündin fielen.&lt;&lt;</p>
<p>Wer sich für die richtige Höhe der Deerhounds weiter interessirt, findet auch in Beckmanns grossem Werke am Schlusse des betreffenden Kapitels die detaillirten Maasse einiger englischer Preisgewinner, woraus zu ersehen ist, dass der höchste dieser Hunde 74 cm am Widerrisse maass.<br />
Uebrigens existirt schon seit 1892 eine vom englischen Deerhound-Club officiell aufgenommene Beschreibung des Deerhounds, die von den Herren Hickmann und R. Hood Wright ausgearbeitet worden ist.<br />
Ich gebe auch zur gefl. Kenntnisnahme zukünftiger Preisrichter, die noch keine oder nur wenige Deerhounds gesehen haben, den offiziellen Wortlaut über die Höhe dieser Race hier wieder.<br />
&gt;&gt;Höhe der Rüden: 28-30 inches (1 inch. = 2,5 Centimeter) = 70-75 cm oder mehr, wenn die Symmetrie nicht darunter leidet, noch der Hund grob aussieht, was gewöhnlich die Folge ist.<br />
Höhe der Hündinnen: von 26 inches (65 cm!) aufwärts.<br />
Eine Hündin darf gerne breit sein, nur nie grob. Selbst die grössten sind immer noch kleiner, als die Rüden. &#8211; Demnach sind sie zur Arbeit nie zu schwer, was bei sehr grossen Hunden vorkommen kann. &#8211; Zudem ist eine massige Hündin zur Zucht behufs Beibehaltung der Grösse geeignet.<br />
Gewicht: von 85-105 pounds die Rüden,<br />
„    65   86      „      die Hündinnen.&lt;&lt;</p>
<p>Ich glaube mit Bestimmtheit, dass die früher erwähnten irrigen Begriffe über die Dimensionen und sonstigen Qualitäten des Schottischen Hirschhundes bei uns auf dem Continente durch die Verwechslung dieser Race mit dem ihr einst nahe verwandten Irish Wolfshound entstanden sind, der in den letzten Jahren in England aus dem Deerhound, dann aus spärlichen Resten der eigenen Race, unter Zuhilfenahme der veschiedensten grossen Hundeformen wieder neugeschaffen worden ist.<br />
Bei ihm züchtet man auf Höhe und Masse, freilich heute noch zum sehr grossen Nachtheile anderer Punkte, insbesonders aber der Pfoten, des Ohres und Haares, wie auch des typischen Adels der Gesammterscheinung.</p>
<p>Unter den bekannten Racehund-Typen des deutschen Meisters Professor Sperling befindet sich auch ein Deerhoundbild, eine Hündin &gt;&gt;Druahmah&lt;&lt; darstellend, die vor Jahren in Deutschland gestanden ist.<br />
Im Interesse meiner Race fühle ich mich dringend veranlasst, in sachlichster Weise dagegen Einspruch zu erheben, dass das dargestellte Thier ein Deerhound sein solle.<br />
So hat seit Fingals und Ossians Zeiten nie ein Hirschhund ausgesehen!<br />
Mir ist es unerfindlich, wie dieses Bild, das sich auch in getreuer Reproduction am Titelblatte des &gt;&gt;Oester. Hundesport&lt;&lt; befindet, bis zum heutigen Tage, wo ich dagegen schreibe, auf dem Continente als Schönheits-Ideal eines Schottischen Hirschhundes gelten konnte, ohne dass irgend Jemand Einsprache dagegen erhoben hat.<br />
Abgesehen von dem ganz unmöglichen Körperbaue mit dem flachen, horizontalen Rücken und der sonderbaren, unnatürlichen Ruthenwurzel stellt das Bild &gt;&gt;Druahmah&#8217;s&lt;&lt; einen Hund mit total ausdruckslosem, nichtssagendem Kopfe dar, in den ein Menschenauge mit sehr viel weisser Hornhaut eingesetzt ist!<br />
Schon das schlapp herunterhängende, gemeine Ohr wäre allein geeignet, ein damit behaftetes Thier von jeder Concurrenz auszuschliessen.<br />
Das Allerunmöglichste aber an dem Bilde ist das Haar.<br />
Ich finde leider nicht den richtigen Ausdruck, um das Geschniegelte, das Unnatürliche dieser &gt;&gt;Haarfrisur&lt;&lt; eines starr drahthaarig sein sollenden Hundes treffend zu kennzeichnen.<br />
In tanto: ein &gt;&gt;Rassenbild&lt;&lt;, das tief unter dem Mittelmaasse steht und in die prachtvolle Sammlung herrlich &#8211; typischer Hundebilder des auch von mir voll bewunderten Meisters ganz und gar nicht hineinpasst.</p>
<p>&gt;&gt;Wenn man nicht den haben kann, den man liebt, so muss man den lieben, den man hat&lt;&lt;, lautet der unsterbliche Ausspruch der Grossherzogin von Gerolstein, und so glaube ich denn auch, dass &gt;&gt;Druahmah&lt;&lt; selbst es war, die als einzige, damals in Deutschland stehende Repräsentantin des Deerhounds, Meister Sperling zum Modell dienend, nicht besonders viel Qualität besessen haben muss, wenn ihr Bild so ausfallen konnte.<br />
Der Umstand, dass sie als Hündin 80 (!) Centimeter hoch gewesen sein soll, sowie der mir bekannte Theil ihrer Nachkommenschaft, scheinen diese meine Ansicht nur zu bestätigen.<br />
Sollte aber, was ich als bestimmt voraussetze, irgend Jemand meine hier offen ausgesprochene Ansicht über Druahmah&#8217;s Bild zu bekämpfen wünschen, so mache ich schon jetzt einen &gt;&gt;Vorschlag zur Güte&lt;&lt;: wir übersenden das Bild in der, im Handel vorkommenden Reproduction an den Englischen Deerhound-Club und bitten um dessen fachmännisches Urtheil darüber!<br />
Diesem werde ich mich gerne beugen.</p>
<p>Zu den jagdlichen Qualitäten des Hirschhundes übergehend, sende ich voraus, dass seit der intensiveren wirthschaftlichen Ausnützung der Schottischen Hochmoore zu Grouse &#8211; und Hochwildrevieren kleineren Umfangs die Hirschjagd mit dem Deerhound fast gänzlich ausser Gebrauch kam und der Hirschhund von dem Schottischen Adel zumeist bloss wegen der alten Tradition gehalten wurde, die schon in Ossian&#8217;scher Vorzeit diesen edlen Hund mit dem Hochlandsadel gleichzeitig nennt.<br />
Ein schottisches Castell ohne Deerhounds in den Hallen und Höfen ist heute fast ebenso undenkbar, wie vor Hunderten von Jahren und ausserdem ist der Hirschhund gerade gegenwärtig der Lieblingshund der englischen Damen der ersten Gesellschaft geworden, die ihn wegen seiner edlen Charaktereigenschaften ungemein hochschätzen.<br />
Die Hunde der Herzogin von Sutherland erringen alljährlich die ersten Ausstellungspreise.</p>
<p>Als ich dann vor einigen Jahren durch die fachmännische Vermittlung meines werthen Freundes J. B. Staub &#8211; Zürich die erste gedeckte Hündin aus Schottland nach Oesterreich brachte, that ich es mit der Absicht, diese prächtigen Thiere, die in ihrer nordischen Heimath fast gar nicht mehr zur Jagd verwendet werden, bei uns wieder an Wild zu bringen, die altererbten Instinkte wieder zu wecken und mir hierdurch Jagdbegleiter zu schaffen, die mir Freude machen sollten.<br />
Es sei mir erlassen, all&#8217; das ungeheure &gt;&gt;Züchterpech&lt;&lt; zu schildern, das ich Anfangs zu überwinden hatte, die schweren Verluste an jungem und altem Zuchtmaterial aufzuzählen, die mir die Staupe schlug, ich will nur meiner Verwunderung über mich selbst, über meine Halsstarrigkeit Ausdruck geben, die mich stets wieder aufrichtete, wenn ich nach neuen Misserfolgen, nach neuen Täuschungen die Deerhoundzucht zu allen Teufeln wünschte.<br />
Heute habe ich (dreimal: &gt;&gt;unberufen!&lt;&lt;) diese schwere Anfangzeit fast vollständig überwunden, ich besitze eine ziemliche Anzahl tadellos geformter Hunde, die vollständig acclimatisirt und überaus wetterhart sind &#8211; und auch ihre jagdlichen Leistungen befriedigen mich sehr.<br />
Ich will es besonders betonen, dass ich zufolge meines Domizils, Wien, wo ich so viele Hunde gar nicht halten und noch weniger führen könnte, meine Schützlinge decentralisirt habe. Meine Hunde stehen bei werthen Freunden in Russland, Galizien, Ungarn, Steiermark und Kärnten und werden überall dort in intensivster Weise jagdlich verwendet.</p>
<p>In Schottland wurde der Hirschhund, wie schon sein Name besagt, ausschliesslich zur Hirschjagd benützt.<br />
In früherer Zeit, wo die Reviere noch ungeheuer gross waren, ward stets nur der gesunde Hirsch mit den Hounds bejagt.<br />
Bekanntlich lebt das Hochwild Schottlands fast ausschliesslich nur auf den zerklüfteten, unbewaldeten Hochmooren, den Highlands, auf welchen es reichliche Aesung findet.<br />
Wollte nun der schottische Edelmann jagen, so war es zunächst die erste Aufgabe seiner Jägerei, den Standort eines besonders starken Hirsches oder eines Rudels Hochwild auszumachen, das nach der nächtlichen Aesung sich niedergethan hatte.<br />
War dies geschehen, so trachtete der Jäger, mit einer Koppel Deerhounds sich in den tiefen Bachbetten, hinter Felsklippen und Hügeln gedeckt, an das Wild möglichst nahe anzupürschen.<br />
Dann wurden die Hunde geschnallt und die wilde Jagd stürmte nun über Berg und Thal, bis entweder der Hirsch von besonders schnellen und starken Hunden niedergezogen wurde, oder, was häufig geschah, &gt;&gt;at bay&lt;&lt; ging, d.h. sich, besonders in der Feistzeit (d.i. die Zeit zwischen dem Fegen = Abstreifen des Bastes vom Geweih an jungen Stämmen und Zweigen und der Brunft. In dieser äsungsreichen Zeit wird der Hirsch sehr feist.), in einem Bachbette oder See zwischen Klippen einstellte und dort von den Hunden so lange, oft durch 24 Stunden, verbellt wurde, bis der Jäger, der der ganzen Jagd von einem hohen Punkte mit dem Fernglase gefolgt war, herbeikam und den Hirsch auf das Haupt schoss.</p>
<p>Dass eine solche Jagd oft ungemein weit ging, versteht sich von selbst. &#8211; Man nannte diesen Jagdbetrieb &gt;&gt;Deerhunting&lt;&lt;.<br />
Als die Reviere kleiner, der Hirsche aber weniger geworden waren, gestaltete sich auch die Jagd mit dem Hirschhunde etwas modifizirter.<br />
Für das Hunting des gesunden Hirsches reichten die Revierflächen nicht mehr aus und es trat daher an seine Stelle das &gt;&gt;Deerstalking&lt;&lt;, die Jagd auf den kranken, d.h. angeschweissten (angeschossenen) Hirsch.<br />
Die Einleitung zur letzteren war dem Hunting völlig gleich, doch war es Aufgabe des Stalkers, den angepürschten Hirsch waidewund (in die Eingeweide), oder auf die Keule zu schiessen.<br />
Dann erst wurden die Hunde geschnallt und es verlief die Jagd wie früher geschildert.<br />
Wenn ich als österreichischer Jäger auch den hier beschriebenen absichtlichen Keulen- oder Waidewundschuss schon aus altererbtem &gt;&gt;gerechten&lt;&lt; (alles, das den Regeln der Jagd im edlen Sinne entspricht) Sinne nicht gutheissen werde, so fällt es mir aber doch garnicht ein, auf unduldsam-chauvinistischer Basis dem englischen Jäger hieraus ein waidmännisches (nach den Regeln, Sitten und Bräuchen der Jagd im weiten und edlen Sinne handeln) Verbrechen zu formuliren, geradeso wie ich den Engländer deshalb, weil er den Fuchs nur par force jagt (Hetzjagd zu Pferde hinter der Meute) oder den Franzosen, weil er mit Meutehunden hinter dem Reh reitet, auch ganz bestimmt keinen &gt;&gt;Aasjäger&lt;&lt; nennen werde.</p>
<p>Ein jedes Land hat andere Sitten, und ebenso, wie ich meine traditionell-österreichischen Jagdgebräuche und meine Jägersprache respektirt zu sehen verlange, so gestatte ich mir auch nicht, an fremder Nationen jagdgeschichtlicher Eigenart die Sonde gehässigen Spottes anzusetzen.<br />
Suum cuique!<br />
Ich sollte es wohl gar nicht zu erwähnen brauchen, dass mir bei Beschaffung meiner Hirschhunde keineswegs die oben kurz skizzirten englischen Jagdbetriebe des Hunting und Stalking als Vorbild, wie ich es machen wollte, im Sinne lagen.<br />
Nein!<br />
Ich kannte ja die Race aus der Praxis nicht und deshalb wollte ich vorerst einmal sehen, ob der in ihr seit langen Jahren unterdrückte Jagdinstinkt überhaupt noch zu wecken sei und wenn, welcher österreichischen Jagdweise sich der vornehme Celte am besten anpassen liesse. &#8211; Mit grossem Vergnügen erinnere ich mich noch des Septembertages, an dem ich meine bereits in Schottland gedeckte Hündin &gt;&gt;Schuloch&lt;&lt;, nachdem sie im August gewölft hatte, zum ersten Male ins Revier mitnahm.</p>
<p>Es war bei Wien, im Hühner- und Hasenrevier am linken Donauufer, in welchem sich inmitten der Stoppelfelder einzelne ganz ansehnliche Gebüschparzellen befanden.<br />
Schon während des Hinausgehens in den Reviertheil, den ich bejagen wollte, bemerkte ich voll grosser Freude das rege Interesse, das meine edle Hündin jedem Hasen weihte, der vor uns bummelnd über die Stoppeln rutschte &#8211; sie warf stets hoch auf und stand dann in herrlichster Pose &#8211; jeder Nerv von toller Leidenschaft angespannt &#8211; da, ein Modell, würdig des Meissels Canova&#8217;s.<br />
Plötzlich, wir wollten eben einen niedrigen Hügel, den wir erstiegen hatten, hinuntergehen, fuhr ein Hase unmittelbar vor mir aus dem Lager und sah, dass er weiter kam.<br />
&gt;&gt;Schuloch&lt;&lt; legte sich bittend in den Riemen, da konnte ich denn nicht mehr grausam sein und &gt;&gt;gab&lt;&lt; ihr den Hasen, der schon etwa 70 Schritte vor uns dahinflüchtete.<br />
Gleichzeitig zog ich die Uhr.<br />
In viel, viel kürzerer Zeit, als ich dies hier niederschreibe, war &gt;&gt;Schuloch&lt;&lt; im elastisch-fördernden Deerhoundsprunge dem Hasen aufgerückt, der, ein behäbiger Marchfeldhase, die ihm drohende furchtbare Gefahr anfänglich nicht zu begreifen schien &#8211; er kannte eben &gt;&gt;diese Sorte&lt;&lt; Hunde noch nicht.<br />
Erst als die Hündin schon den Fang mit den blendendweissen Zähnen aufthat &#8211; erst dann ging ihm ein Licht auf und er begann rasend auszukneifen &#8211; zu spät!<br />
Plötzlich fing er im vollen Laufe an, jämmerlich zu klagen, dann griff ihn aber auch schon meine schöne Schottin, würgte ihn ab und liess ihn zu Boden fallen.<br />
Schon wollte ich den Hügel, auf dem ich gestanden, hinabeilen, um Lampen vor dem nun von mir sicher erwarteten Anschneiden (wenn ein Hund oder Raubwild ein erlegtes Stück Wild anfrisst) zu retten, &#8211; ich vermag aber nicht, mein Erstaunen zu beschreiben, als &gt;&gt;Schuloch&lt;&lt; ihre Beute aufhob, schön &gt;&gt;vorschriftsmässig&lt;&lt; im Gleichgewichte packte, und sie mir vollkommen korrekt im tänzelnden Trabe &#8211; apportirte!<br />
Erfreut über alle Massen rief ich ihr laut &gt;&gt;brav, brav, apporte&lt;&lt; zu, &#8211; da legte sie den Hasen nieder und blieb wie fragend bei ihm stehen &#8211; sie kannte augenscheinlich die ihr zugerufenen Worte nicht und fürchtete, mein Missfallen erregt zu haben. &#8211; Sofort schwieg ich und &gt;&gt;Schuloch&lt;&lt; packte den Hasen wieder, um ihn diesmal vor mir niederzulegen.</p>
<p>Ich muss hier anführen, dass diese Hündin nie zu bewegen war, auf Befehl irgend einen Gegenstand zu packen und zu bringen, sie apportirte nur Wild und dieses nur ohne Befehl. Genau dieselbe Eigenschaft zeigen noch weitere 6 meiner Hunde, sodass ich beinahe zur Ansicht hinneige, das Apportiren von kleinem, seinen Kräften angemessen schwerem Wilde sei eine erbliche Eigenschaft des Deerhounds. &#8211; Bei dem von mir gezüchteten Stamme ist sie es unbedingt.<br />
Ich war so glücklich, an demselben Tage noch eine weitere, von verschiedenen Seiten stark angezweifelte Eigenschaft des schottischen Hirschhundes zu erproben, seinen vorzüglichen Geruchssinn.<br />
Kurz nach dem &gt;&gt;kill&lt;&lt; des ersten Hasen, ich hatte &gt;&gt;Schuloch&lt;&lt; wieder an die Leine genommen, fuhr ein zweiter heraus, diesmal jedoch etwas weiter, und in dem Verlangen, noch einmal die schöne Arbeit meiner Hündin zu bewundern, sah ich mich nicht lange um und hetzte an.<br />
Kaum war dies aber geschehen, als ich es auch schon bitter bereute: vor uns auf etwa 200 Schritte lag eine ziemlich dichte und umfangreiche Gestrüppfläche, zumeist aus Erlen und Schlehdorn bestehend und ihr strebte der Hase mit aller Eile zu &#8211; weit hinter ihm folgte die Hündin, anscheinend noch von der ersten Hatze etwas angegriffen, da sie ja kaum erst abgesäugt hatte und ganz ausser training war.<br />
Ich hatte vom Hügel aus einen guten Einblick in das entblätterte, schütterne Buschwerk und als der Hase dasselbe annahm, konnte ich ihn mit den Augen deutlich verfolgen, wie er im schnellsten Laufe, bald verschwindend, bald wieder sichtbar, die Parzelle ihrer grössten Längenausdehnung nach (etwa 300 Schritt) durchstürmte, auf der anderen Seite wieder herausfuhr und einer bewaldeten Berglehne zustrebte, die noch 800 bis 1000 Schritte entfernt war.</p>
<p>Vor gewöhnlichen Windhunden, Greyhounds ist der Hase, der ein solches &gt;&gt;Waldmanöver&lt;&lt; ausführt, in der Regel gerettet und deshalb war ich über die selbst verschuldete &gt;&gt;Fehlhatz&lt;&lt; recht verdriesslich.</p>
<h6>(Fortsetzung folgt).</h6>
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