Cloud-breeding?
Es gibt in der IT-Welt eine Tendenz, die – so sind sich eigentlich fast alle einig – bestimmend für die Entwicklung der Computerwelt sein wird. Man nennt das Cloud-Computing. Gemeint ist, dass Daten und Programme nicht mehr am einzelnen PC oder Zentralrechner lagern, sondern in Serverfarmen (Clouds) irgendwo im Internet. Die Ressourcen werden dann dort zur Verfügung gestellt, wo sie benötigt werden. In der Weltwirtschaft gibt es das gleiche Phänomen, nur dort nennen wir es Globalisierung.
Was hat das jetzt mit Windhunden zu tun? Hier ein Beispiel eines aktuellen Greyhound-Wurfes:

Die Greyhound-Data stellt uns diese wunderbaren Übersichten zur Verfügung. Die beiden verpaarten Hunde stammen aus Tschechien und Österreich, deren Elterntiere zusätzlich aus Irland und der Schweiz und deren Eltern wiederum lassen noch die USA, Niederlande und Deutschland mit in dieses Pedigree einfliessen. Was wir hier sehen ist lediglich ein Pedigree über 3 Generationen. Trotzdem sind 8 Zuchtbücher für die Verwaltung dieser Daten verantwortlich.
Für uns im Osten Österreichs ist es ganz normal, zu unseren Nachbarn zu fahren und so unsere natürliche Umgebung für die Zuchtüberlegungen zu nutzen. So sehr wir die politische Eigenständigkeit, die vor 20 Jahren begonnen hat begrüssten, so schnell war vielen auch klar, dass für eine weiteres Zusammenleben der Weg in die (politische) europäische Einigung der Schlüssel zum Erfolg wird. Wir Österreicher profitieren sehr stark von dieser Entwicklung, obwohl uns die Massenmedien aus lauter billigem Alarmismus Gegenteiliges weismachen wollen.
In der Hundezucht ist es nun so, dass hinter jedem Zuchtbuch ein eigener Verband steckt der eigene Zuchtvoraussetzungen vorschreibt. Da (um jetzt nur in der FCI zu bleiben) so etwas wie Gegenseitigkeit herrscht heisst das, dass der in diesem Beispiel angeführte Rüde nach Tschechischer Zuchtordnung anerkannt ist und deswegen auch in Österreich eingesetzt werden darf.
Nehmen wir als weiteres Beispiel die Zuchtvoraussetzung HD-Frei zur Hand. Je nach Land und Rasse kann ein negativer HD-Röntgenbefund Voraussetzung zur Zuchtzulassung sein oder nicht. Ein deutscher IW-Rüde benötigt einen, um auf eine ungarische Hündin springen zu dürfen. Der österreichische Rüde springt dagegen ohne diesem Befund auf die selbe Hündin – sofern er seine max. 2 Jahre alte Herzuntersuchung vorweisen kann.
Wir sehen also: Hundezucht ist wie Klimaschutz! Einer alleine kann es gut meinen, aber nur alle gemeinsam können es gut machen. Der Lösungsansatz kann also nur sein, dass die bürokratischen Realitäten der Wirklichkeit des Zuchtbetriebes angepasst werden. Das Beispiel aus der Greyhound-Data zeigt den Weg: zurerst müssen die Datenbestände vereinigt werden! Nur wenn man weiss, worüber man spricht kann man zum nächsten Schritt gehen: der Angleichung der Zuchtbestimmungen.
Der verantwortungsvolle Züchter geht ohnehin den Weg, dass die passenden Hunde gesucht werden und danach der Weg gesucht wird, wie man denn die Papiere für die Verpaarung erhält. Unsere Zuchtvereine (und nicht die übergeordneten Verbandskörperschaften) müssen sich mit ihren Nachbarn an einen Tisch setzen und zu arbeiten beginnen – das bringt unseren Windhunden schon mittelfristig mehr als die 12. Ausstellung in 10 Monaten zu organisieren oder Zuchtbestimmungen zu erstellen, die nicht mit den Nachbarn abgestimmt sind.

[...] 10. Es muss eine Angleichung der Zucht- und Eintragungsbestimmungen mit den Nachbarländern ereicht werden. Siehe auch hier. [...]